Unterwasserkameras im Test

Das Wichtigste in Kürze

  • Ermöglicht die Aufnahme von Bildern unter ungewöhnlichen Bedingungen
  • Sehr unterschiedliche Modelle mit deutlichen Unterschieden in der Qualität
  • Erwerb sollte passend zum Einsatz geplant werden

Die Fotografie unter Wasser ist eines der reizvollsten und zugleich komplexesten Themen für Fotografen. Denn hier sorgen einzigartige Motive und unvergleichliche Lichtverhältnisse für eine ganz eigene Atmosphäre, die an Land nur schwer zu erreichen ist. Alleine das Zusammenspiel der natürlichen Beleuchtung mit den Bewegungen des Wassers und den daraus entstehenden Effekten ist einen Versuch wert. Allerdings sind die Herausforderungen in der Unterwasserfotografie auch deutlich höher als an Land:

  • Wasser und Druck belasten die Mechanik der Kamera
  • Fotografen haben nur eine eingeschränkte Sicht durch die Taucherbrille
  • Perspektiven und Verzerrungen unter Wasser sind für Anfänger sehr ungewohnt

Für die Fotografie unter der Wasseroberfläche gibt es inzwischen zahlreiche gute Lösungen. Diese zielen allerdings auf sehr unterschiedliche Marktsegmente ab. Wir zeigen Ihnen, welche Gedanken Sie bereits im Vorhinein in Ihre Kaufentscheidung einbeziehen sollten und wo ein Test in der Praxis sinnvoll ist.

 

So ist eine Unterwasserkamera aufgebaut

Der Aufbau einer Unterwasserkamera kann zwei Prinzipien folgen. Eine klassische Unterwasserkamera verfügt hierbei über ein verstärktes Gehäuse. Dieses wird mittels zusätzlicher Dichtungen gegen das Eindringen von Feuchtigkeit geschützt.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Konstruktion ist die Widerstandsfähigkeit gegen Druck. Je tiefer ein Tauchgang geht, desto höher steigt der Druck des umgebenden Wassers auf den Taucher uns seine Ausrüstung. Bei einer Tiefe von zehn Metern herrscht bereits ein zusätzlicher Druck von einem Bar. Entsprechend konstruierte Unterwasserkameras halten allerdings einem bedeutend höheren Druck stand – Tiefen von bis zu 25 Matern sind mit vielen Modellen möglich.

Diese besondere Bauweise bringt dabei noch weitere Vorteile mit sich. Denn die hohe Festigkeit und Dichte des Gehäuses machen diese Unterwasserkameras auch an Land zu nützlichen Begleitern – sind sie doch gegen Spritzwasser geschützt und garantiert staubdicht.

Die zweite Möglichkeit, eine Kamera zu einer Unterwasserkamera zu machen ist, sie entsprechend zu verpacken. Zahlreiche Kamerahersteller und Zubehöranbieter haben entsprechende Schutzhüllen im Programm. Diese reichen von einer einfachen und dicht verschlie0baren Plastikhülle bis hin zu maßgenauen Außengehäusen für ein bestimmtes Kameramodell. Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass beinahe jede Kamera so grundsätzlich unterwassertauglich wird. Bezahlt wird dieser Ansatz aber mit einer Verschlechterung der Optik und einem zumeist deutlich komplizierteren Handling. Bevor eine einfache Schutzhülle dauerhaft für Unterwasserfotografie eingesetzt wird, ist ein Test in der Praxis dringend zu empfehlen, denn oft überwiegen hier die Nachteile den geringeren Preis.

 

Welche Arten von Unterwasserkameras gibt es?

Bei den echten Unterwasserkameras können derzeit drei Typen auf dem Markt unterschieden werden:

Das größte Angebot findet sich derzeit bei den Kompaktkameras, die für den Unterwassereinsatz konzipiert wurden. Alle wichtigen Hersteller bieten inzwischen solche Modelle an. Dies ist nicht nur der Nachfrage geschuldet, sondern auch dem Bedürfnis der Hersteller, im schrumpfenden Marktsegment der Kompaktkameras wieder Boden zu gewinnen. Grundsätzlich bieten diese Kameras eine solide fotografische Qualität zu einem akzeptablen Preis. Wer also nicht nur unter Wasser, sondern auch an Land gelegentlich auf eine Kompaktkamera zugreifen will, ist mit diesen Kameras im richtigen Segment unterwegs.

Analoge Einwegkameras bieten zwar eine geringere Fotoqualität, haben dafür aber einen ganz eigenen Reiz. Denn immer mehr Fotografen entdecken für sich die analoge Fotografie wieder. Diese bietet neben dem Zwang zum guten Bild beim ersten Versuch auch den Reiz der analogen Entwicklung und nicht verfügbaren freien Reproduzierbarkeit. Analoge Einwegkameras werden in der Regel nach dem Verbrauch an den Hersteller zur Entwicklung der Bilder zurückgeschickt. Diese Modelle sind erheblich günstiger und damit auch für Urlaubsfotografen gut geeignet. In puncto Bildqualität sollten hier aber keine Wunder erwartet werden.

Viele Besitzer einer Action-Kamera bekommen die Funktion, unter Wasser fotografieren zu können, gleich mitgeliefert. Denn zahlreiche Modelle sind bereits ab Werk wasserdicht. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die erlaubte Tauchtiefe oftmals deutlich geringer ausfällt als bei einer wasserdichten Kompaktkamera. In diesem Fall schafft auch hier eine spezielle Schutzhülle die gewünschte Abhilfe.

 

Welche besonderen Voraussetzungen muss eine Unterwasserkamera im Test erfüllen?

Neben der Eigenschaft, besonders wasser- und druckfest zu sein, zeichnen noch weitere Eigenschaften eine gute Unterwasserkamera aus. Aufgrund der schwierigen Sichtverhältnisse unter Wasser sind es vor allem drei Punkte, die in eine Kaufentscheidung einfließen sollten:

  • Ein großes und deutlich ablesbares Display
  • Die leichte Bedienbarkeit aller relevanten Funktionen
  • Eine hochwertige Optik und ein lichtstarker Sensor

Unter Wasser sehen wir schlechter. Also ist es notwendig, auf einem Display Klarheit zu schaffen. Denn durch die Taucherbrille wird der Blick durch einen klassischen Sucher deutlich erschwert.

Spätestens, wenn beim Tauchen Handschuhe getragen werden, sind auch entsprechend große und robuste Bedienelemente an der Kamera ein echtes Qualitätskriterium. Alle wichtigen Funktionen sollten sich mühelos und ohne Gefummel in irgendwelchen Menüs aktivieren lassen.

Da unter Wasser mit zunehmender Tiefe die Lichtverhältnisse schnell schlechter werden, ist auch eine hochwertige Optik notwendig. Gerda in Tiefen von unter zehn Metern ist die Lichtempfindlichkeit und Größe des Sensors von entscheidender Bedeutung. Wird hier am falschen Platz gespart, sind dauerhaft schlecht beleuchtete und verrauschte Bilder die Folge.

 

Welche zusätzlichen Features können sinnvoll sein?

Neben den zwingen notwendigen Features bieten viele Unterwasserkameras inzwischen auch weitere Helfer. So integrieren viele Modelle nicht nur das inzwischen eigentlich obligatorische GPS und WLAN. Sondern sie bieten auch einen einfachen Tiefenmesser und einen Kompass, um die Position auch bei der Unterwasserfotografie exakt zu bestimmen.
Gerade unter Wasser ist auch der Einsatz eines leistungsstarken elektronischen oder mechanischen Bildstabilisators dringend anzuraten. Modelle mit diesem Ausstattungsmerkmal sorgen in den blauen Tiefen für deutlich bessere Bilder und ermöglichen die Fotografie bei längeren Belichtungszeiten.

Gute Modelle verfügen auch über einen automatischen Weißabgleich für die besonderen Lichtbedingungen unter Wasser. Dies ist umso wichtiger, als dass im Kompakt-Segment viele Kameras auch heute ihre Bilder nur im JPEG-Format speichern. Der Verlust der RAW-Daten führt dementsprechend zu deutlich eingeschränkteren Möglichkeiten der Bildbearbeitung am heimischen PC.

Kaufkriterien für eine Unterwasserkamera

Wassertiefe: Die Kamera funktioniert mindestens bis zur gewünschten Wassertiefe ohne Probleme. Vorzugsweise bietet sie dabei noch etwas Platz nach unten.

Bedienbarkeit: Die Kamera ist problemlos zu bedienen, vorzugsweise auch mit Handschuhen.

Display: Das Display ist groß, gut ablesbar und im Test auch unter Wasser deutlich zu erkennen.

Funktionsumfang: Die Unterwasserkamera bietet mindestens einen speziellen Unterwassermodus, um die Qualität der Bilder deutlich zu erhöhen. Zudem sollte die Kamera zumindest über einen integrierten elektronischen Bildstabilisator verfügen.

Zusätze: Die Kamera bietet auch alle notwendigen Aufnahmemodi, um an Land unter extremen Bedingungen gute Bilder zu machen.

Preis: Die Kamera kann sich im direkten Vergleich beim Funktionsumfang mit den Modellen der Mitbewerber messen.

 

Fazit zum Unterwasserkamera Test

Vorteile:

  • Ermöglicht perfekte Fotos unter Wasser
  • Kann als robustes Modell auch im Alltag an Land verwendet werden
  • Viele Kameras verfügen über zusätzliche praktische Features
  • Für jeden Geldbeutel und Anspruch erhältlich
  • Besonders einfache Bedienbarkeit

Nachteile:

  • Höherer Preis durch aufwändigere Technik
  • Meist eingeschränkter Funktionsumfang
  • Bildbearbeitung auch trotz spezieller Programmierung notwendig
  • Liefert Bilder oft nur in JPEG, nicht in RAW