Stative im Test

Das Wichtigste in Kürze

  • Stativ für viele Fotos unabdingbar
  • Große Vielfalt für jeden Bedarf
  • Am Stativ zu sparen bedeutet, Geld wegzuwerfen

Die Verwendung eines Stativs ist für viele Fotografen Pflicht. Denn auch wenn die Verwendung eines Stativs zusätzliche Arbeit und das Gewicht oftmals zusätzliche Schlepperei bedeuten, überwiegen bei der Nutzung eines Stativs eindeutig die Vorteile:

  • Schärfere Bilder durch weniger Verwackeln
  • Körperschonende Bilder auch aus schwierigen Perspektiven
  • Fester Standpunkt für Mehrfachaufnahmen

Stative gibt es am Markt reichlich. Die Bandbreite beginnt hier bei wenigen Euro – und reicht bis in den vierstelligen Bereich. Wir stellen in unserem Vergleich die wichtigsten Merkmale aktueller Stative vor und geben Tipps zur richtigen Auswahl.

 

Wie setzt sich ein Stativ zusammen?

Stativkopf: Der Stativkopf verbindet die Kamera oder den Blitz mit dem Stativ. Je nach Nutzung gibt es hier unterschiedliche Ausführungen. Die meisten Fotostative verfügen über einen Kugelkopf oder einen Dreiwegeneiger. Hierbei bietet der Kugelkopf den Vorteil der einfacheren Bedienung, der Dreiwegeneiger kann dafür erheblich präziser ausgerichtet werden.

Schnellwechselplatte: Zwar ist eine Schnellwechselplatte bei einem Stativ kein Muss, bei der Verwendung mehrerer Kameras mit einem Stativ aber ein großer Vorteil. Die Schnellwechselplatte ermöglicht den Wechsel der Kamera mit nur einem Handgriff. Jede der verwendeten Kameras erhält dazu ein passendes Gegenstück für die Schnellwechselplatte.

Haltestange: Viele Stative verbinden den Stativkopf nicht direkt mit den Teleskopbeinen. Die Haltestange ermöglicht es, die gewünschte Höhe des Stativs einzustellen, ohne dafür die Teleksopbeine verstellen zu müssen.

Teleskopbeine: Die Teleksopbeine sorgen für einen sicheren Stand des Stativs. Die meisten Modelle verfügen über drei Beine. Zusätzlich gibt es besonders leichte Stative mit nur einem Bein und besonders stabile mit vier Beinen.

Welche Stativtypen gibt es?

Einbeinstativ: Ein Einbeinstativ kommt immer dann zum Einsatz, wenn mobil ein gewisses Maß an Standfestigkeit benötigt wird. Zwar bietet eine Einbeinstativ keine vollkommene Stabilität, es unterstützt die Halteruhe bei der Fotografie aber bereits deutlich. Der Nachteil des Einbeinstativs ist, dass es festgehalten werden muss, da es nicht von alleine Standfähig ist.

Dreibeinstativ: Das am weitesten verbreitete Stativ. Die Kamera ruht stabil auf drei Beinen und kann über den Stativkopf ausgerichtet werden. Für beinahe alle Einsatzzwecke geeignet, aber deutlich schwerer als ein Einbeinstativ.

Ministativ: Ein sehr kleines Stativ für besondere Aufnahmen: Ministative werden in der Makrofotografie und der Produktfotografie verwendet. Wird in Innenräumen einfach auf den Tisch gestellt.

Klemmstativ: Eine Sonderform des Ministativs. Verfügt nicht über Standbeine, sondern wird wie eine Schraubzwinge an Tischlatten, Holzpfählen oder ähnlichem fixiert.

Saugnapfstativ: Ebenfalls eine besondere Bauart des Ministativs. Dieses Stativ eignet sich durch seine Saugnäpfe auch zur Befestigung an glatten Oberflächen wie Glasplatten.

Beanbag: Das wohl günstigste und einfachste Stativ. Ein mit Bohnen oder Granulat gefüllter Stoffbeutel dient als einfache, aber flexible Basis für die Ausrichtung der Kamera.

 

Aus welchen Materialien werden Stative hergestellt?

Der am häufigsten für Stative verwendete Werkstoff ist Aluminium. Diese Stative sind zumeist recht verwindesteif und können leicht transportiert werden. Zudem sind sie günstiger als die meisten anderen Stative – allerdings müssen auch hier stabile Gelenke zum Einsatz kommen, um einen sicheren Stand zu gewährleisten.

Etwas hochpreisiger, dafür aber noch leichter und stabiler sind Stative aus Carbon. Denn dieser Verbundwerksoff spart nochmals deutlich an Gewicht und erlaubt somit einen besonders angenehmen Transport.

Basalt-Fasern kommen bei einigen besonders hochwertigen Stativen zum Einsatz. Dieses Material ist leicht und höchst robust. Allerdings hat hier die Qualität auch ihren Preis. Stative aus Basalt-Fasern bewegen sich in der Regel im oberen Preissegment.
Etwas altmodisch, inzwischen aber durchaus wieder beliebt sind Stative aus Holz. Waren diese lange Jahre vom Markt verschwunden, finden sich inzwischen wieder einige Modelle aus leichtem und robustem Erlenholz auf dem Markt. In ihrer modernen Bauform sind diese Stative nicht nur für nostalgische Zwecke geeignet.

Stahl ist ein Werkstoff, der bei Stativen heute nur noch sehr selten zum Einsatz kommt. Denn diese Stative sind deutlich schwerer als die Modelle aus Leichtmetall oder Verbundwerkstoffen.

 

Das Stativ für besondere Situationen

Bei der Produktfotografie wird oft auf engstem Raum und unter ausschließlich künstlichen Lichtbedingungen gearbeitet. Deswegen ist hier die Verwendung eines Stativs ein Muss. Zumeist kommen Dreibeinstative oder Tischstative zum Einsatz.
Wenn wie bei der Nachtfotografie besonders lange Belichtungszeiten gefragt sind, ist ein Stativ unabdingbar.

Ministative haben sich nicht nur in Innenräumen bewährt. Denn auch immer dann, wenn bei der Bodenfotografie ein Bild aus der Froschperspektive geschossen werden soll, sind die kleinen Modelle ideal für ein Rückenschonendes Arbeiten.

Auch bei der Makrofotografie ist der Einsatz eines Stativs sinnvoll. Denn nicht nur für verwackelfreie Zoomaufnahmen ist ein sicherer Stand sinnvoll, sondern auch für die Verwendung fortgeschrittener Techniken wie Fokusstacking.

Wer echte, parallaxenfreie Panoramafotografie betreiben will, braucht ein Stativ. Zudem ist ein Panoramakopf notwendig, um verzerrungsfreie Aufnahmen herzustellen. Zwar ist dies erheblich aufwändiger als die Panoramafunktion an vielen modernen Smartphones, das Ergebnis ist jedoch auch um Klassen besser.

 

Kaufkriterien für ein Stativ

Ausrüstungsgewicht: Das Ausrüstungsgewicht eines Stativs gibt an, welches maximale Gewicht stabil und sicher auf dem Stativkopf getragen werden kann. Dieses Gewicht sollte mindestens der schwersten eigenen Kamera und dem größten vorhandenen Objektiv entsprechen. Wird dieses Gewicht zu knapp gewählt, können nicht nur verwackelte Bilder, sondern auch böse Stürze der Kamera die Folge sein.

Gewicht des Stativs: Auch das Gewicht des Stativs ist entscheidend für den Bedienkomfort. Denn beinahe jedes Stativ kommt auf Dauer auch unterwegs zum Einsatz. Je geringer das Gewicht des Stativs ist, desto aufwändiger ist es in der Regel in seiner Konstruktion.

Größe des Stativs: Auch die Größe ist nicht nur für die Funktion, sondern auch für den Transport entscheidend. Größere Stative ermöglichen ungewöhnliche Perspektiven – kleine Stative sind dafür ein bequemer und leicht zu transportierender Begleiter.

Funktionsumfang: Vor allem Dreibeinstative können oft durch zusätzliche Funktionen überzeugen. Gute Modelle haben beispielsweise eine kurze und eine lange Haltestange im Lieferumfang. Diese Haltestangen können für Bodenfotografie auf kopfüber montiert werden.

Preis: gerade bei Stativen sollte am Preis nicht unbedingt gespart werden. Denn besonders günstige Modelle zeichnen sich oft durch eine wacklige Konstruktion und keine hohe Alltagstauglichkeit aus. Als Richtschnur für ein Dreibein-Stativ kann eine Preisgrenze von zirka einhundert Euro angesetzt werden. Oberhalb dieser Grenze steigt die Qualität der Stative deutlich an.

 

Stative im Test – Die Vorteile

  • Ermöglicht Bilder ohne Verwackeln
  • Fotos können aus besonderen Perspektiven geschossen werden
  • Zusammen mit einem Fernauslöser auch für perfekte Selfies geeignet
  • Unterschiedliche Stative für eine große Bandbreite von Einsätzen verfügbar
  • Kann auch für Videos genutzt werden

 

Stative im Test – Die Nachteile

  • Zusätzliche Kosten
  • Umgang erfordert etwas Übung
  • Nicht jedes Stativ ist für jeden Zweck geeignet
  • Zusätzliches Gewicht und Volumen